Freifrau Luise Sophie Wilhelmine von der Horst

Oberste Hofdame auf Schloss Bückeburg

Freifrau Luise Sophie Wilhelmine von der Horst

Freifrau Luise Sophie Wilhelmine von der Horst:

Oberste Hofdame auf Schloss Bückeburg

Aufgabe: Vertritt den Grafen und betreut die Gäste. Gleichzeitig beobachtet sie sehr kritisch das Treiben am Schloss und das Wirken der Bediensteten.

Luise über sich selbst:

Ich bin eine geborene von Langen und Erbin zu Sögeln, einem recht stattlichen Gut mit üppigen Ländereien. Geboren wurde ich 1734 und heiratete mit 16 Jahren den Frhr. Julius August von der Horst (geb. 1723). Julius August war zu der Zeit bereits Kriegs- und Domänenrat in Lingen und wohnte auf seinem Gut Haldem, gelegen am westlichsten Zipfel des Fürstbistums Minden. So was nennt man eine gute Partie.

1763 zogen wir nach Berlin, wohin man meinen Gemahl, Julius August, als Präsident der kurmärkischen Kriegs- und Domänenkammer berufen hatte. Ich selber war darüber entzückt, kam ich doch auf diese Weise endlich in die große Stadt Berlin und hatte dann auch noch direkten Zugang zum Königshof. Der Siebenjährige Krieg hatte ja auch in meiner Heimat seine Spuren hinterlassen, doch der Zustand Berlins führte zu einer Ernüchterung, auch der Zustand des Hofes war erschütternd.

Es gab zwar viele Bälle, bei denen es sehr erwünscht war, dass ich daran teilnehme und auch ich gab viele Bälle, dennoch zog es mich recht bald wieder in die Heimat zurück. Natürlich konnte ich meinen Gemahl nicht dauerhaft in Berlin alleine lassen, doch die Kälte bei Hofe machte es mir einfach nicht möglich, dauerhaft dort zu verweilen.

Der König von Preußen, Friedrich II., wurde über meine Reisen in die Heimat in Kenntnis gesetzt und so kam es, dass er mich damit beauftragte, dass Schloss seines Verbündeten, Graf Wilhelm zu Schaumbug-Lippe, zu verwalten, da dieser nur selten dort anwesend war. Entzückt war ich darüber nicht, da ich mich sehr viel lieber den Sorgen und Nöten meiner Untergebenen gewidmet hätte, aber die Order eines Königs lehnt man selbstverständlich nicht ab. Zumal auch schon recht laut darüber gesprochen wird, dass meinem Gemahl recht bald ein noch höheres Amt am Hof angetragen werden soll.

Sodann widme ich mich nun der Aufgabe, das Schloss mit seinen Besitzungen zu verwalten, aber dieses ist keine leichte Aufgabe. Wann musste ich mich je mit dem Militärs abgeben? Dann dieser übellaunige Krückeberg, von bürgerlicher Herkunft, der glaubt, mir Befehle erteilen zu können. Ein jeder solle an seinem Platz verweilen, das ist meine Meinung.

Nun wünscht sich der Graf zu vermählen. Dies ist ein sehr wünschenswertes Ereignis, so ich denn hoffe, nach der Hochzeit meinen Aufgaben am Schlosse Bückeburg entbunden zu werden. Doch die Hochzeit selber muss ich leider noch am Schloss verweilen, da der Graf nicht in der Kirche zu Bückeburg heiraten wird, sondern in Stadthagen. Dort weilt er mit dem hohen Adel und ich muss den hiesigen Landadel und anderes Volk betreuen. Zu meinem großen Unglück hat sich auch noch ein Kardinal angekündigt. Herrje, was soll ich denn mit diesem Katholen anfangen?

Nun muss ich erst mal Sorge dafür tragen, dass die Vorratskammern mit allerlei Leckereien gut gefüllt werden, so dass die Küche ihrer Aufgabe gut nachkommen kann und muss zusehen, dass der Weinkeller gut gefüllt ist.