Johann Heinrich Krückeberg

Capitaine vom Schaumburg=Lippischen=Artillerie=Corps

Johann Heinrich Krückeberg

Johann Heinrich Krückeberg

Capitaine vom Schaumburg=Lippischen Artillerie=Corps

Aufgabe: Platzmajor des Schlosses (das heißt er sorgt mit gestrenger Hand für Ordnung und gute Polizei).

Geburt: ca. 1731 im Schaumburgischen als Sohn eines freien aber armen Bauerns in der Nähe von Stadthagen.

Charakter: Überaus Loyaler und kompetenter Offizier; dies allerdings verquickt mit überbordendem Ehrgeiz, einem gewissen Mangel an Selbstbewusstsein sowie notorisch schlechter Laune, was alles seiner geringen Abkunft geschuldet ist. Hat nicht viele Freunde (eigentlich gar keine).

Krückeberg über sich selbst:

Die hohen Herren und Damen mögen verzeihen, dass ich erst jetzt wage, in diesem illustren Kreise offen in Erscheinung zu treten. Meine geringe Abkunft, sowie die darob angeratene Bescheidenheit, ließen mich bislang diesen Schritt scheuen.

Doch ich darf nun, so die hohen Herren und Damen gestatten, meine Person vorstellen, nebst einer vita, welche, ob meiner wenigen Meriten, recht kurz gehalten werden muß. Die groben Worte, derer ich mich hier bediene und die ein beredtes Zeugnis meiner geringen Herkunft ablegen, möge man mir verzeihen.

Meine Name ist Johann Heinrich Krückeberg, geboren im Schaumburgischen (anno 1731, so vermute ich) als Sohn eines Kolons. Anno 1751 wurde ich als Rekrut im neu aufgestellten Bückeburger Artillerie-Corps enrollieret und noch im gleichen Jahre einrangieret. Nach Erlernung und getreuer Verrichtung der schwarzen Kunst avancierte ich bereits im darauffolgenden Jahr zum Korporal. Alsdann mein großmächtiger Landesherr, Seine Allergnädigste Durchlaucht, Wilhelm Friedrich Ernst Regierender Graf zu Schaumburg-Lippe, die übergroße Güte hatte, meine nur sehr geringen Meriten zur Kenntnis zu nehmen, was mir das avancement zum Freikorporal einbrachte. Nach eifrigem und durch meinen allergnädigsten Herrn stets observiertem und mit gütiger Strenge angeleitetem Studium der Kriegswissenschaften, als da sind Ballistik, fortification, Stückguß etc., erlangte ich schließlich anno 1755 den Rang eines Fähnrichs und officiers des Bückeburger Artillerie Corps.

Anno 1756 faßte mein allerdurchlauchtigster und großmächtiger Herr, Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe, mit großer Umsicht und Weisheit den Entschluß, dem Könige von England in seinem Kriege gegen Frankreich beizustehen. Die fortwährende und allergütigste Gnade meines vielberühmten Herrn, verdanke ich es, daß ich zum Ausbruch vorgenannten Krieges bereits zum capitaine-lieutenante avancieret war; den Rang, den ich auch bekleidete, als man am 1. August anno 1759 die große bataille auf der Minder Heide schlug, welche als bataille de tonhausen in die Historie eingegangen ist. Dortselbst hatte ich die große Ehre, eine batterie von sechspfündigen cannons zu kommandieren, was ich mit Eifer verrichtete, sodann ich schon am darauffolgenden Tage zum capitaine avancierte. Auch dies ausschließlich der übergroßen Gnade meines Herrn geschuldet!

Diese Gnade war es auch, welche den Grafen, meinen durchlauchtigsten Herren bewog, mich anno 1762 auf seine Kriegs-expédion ins ferne Portugal mitzunehmen, dort das Land gegen die Kriegsmacht der Könige Frankreichs und Spaniens zu armieren und wohl zu defendieren. Solches geschah, durch die über alle Maßen große Umsicht, Klugheit und contenance meines Herrn, dergestalt vif und mit solcher Geschicklichkeit und auch détermination, daß man noch heute in diesem Lande wie auch in der übrigen Welt vom guerra fantásica spricht. (Meinem hochgelobten Herrn brachte dies den wohlverdienten Rang eines charakterisierten Feldmarschalls Seiner Königlichen Britischen Majestät ein!)

Mit Gottes Hilfe überstand ich den Krieg unbeschadet. Durch die überaus gnädige, wenn auch kaum verdiente, Aufmerksamkeit meines allergnädigsten Herrn, des Allerdurchlauchtigsten Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, überstand ich ebenso die darauffolgende réduction des corps des officiers und darf mich somit glücklich schätzen, die Ehre zu haben, meinem so überaus huldvollen und weisen Herrn auch fürderhin zu Diensten zu sein.