Kardinal Cesare Gonzaga

Derzeit Besucher am Hofe des Grafen

Kardinal Cesare Gonzaga

Kardinal Cesare Gonzaga

Botschafter des portugiesischen Königs, Apostolischer Legat (in Begleitung seiner schönen Nichte und Mätresse) 

Kardinal Gonzaga entstammte dem alten Geschlecht der Gonzagas, einer reichen Fürstenfamilie aus Mantua. Als sechstes Kind des Fürsten war an eine Karriere in der weltlichen Politik praktisch nicht zu denken. So wurde er schon in frühen Jahren auf eine kirchliche Laufbahn vorbereitet. Er folgte damit seinem älteren Bruder Luigi Valenti der ebenfalls Kardinal wurde.

Obwohl seit dem Konzil von Trient (1545–1563) die Zuerkennung von Patronatsrechten als persönliche Vergünstigung (ex gratia), d.h. ohne die tatsächliche Ausübung des Kirchenamtes verboten war, wurde er – nach langen Verhandlungen mit der römischen Kurie – bereits im Alter von acht Jahren (1735) von Papst Klemens XII zum Kardinal und Erzbischof von Padua ernannt (ohne je zum Priester geweiht zu sein)

Zehn Jahre später, mittlerweile in Rom, widmete er sich vorwiegend seinen persönlichen Vorlieben und betätigte sich als großzügiger Mäzen für Musik und Kunst.

Im Jahr 1750 kam er als Diplomat und als päpstlicher Legat nach Innsbruck, dann nach Wien.

Als windiger Diplomat im Dienste der Kirche konnte er sich die Gunst des kaiserlichen Hofes sichern und wurde sogar mit dem goldenen Vlies belohnt. Böse Zungen behaupten, auch diese Würde sei von seiner Familie gekauft worden. Doch auf dem Gipfel seiner Karriere verstrickte er sich in Intrigen, und zog sich den Unmut vieler einflussreicher Höflinge zu. Schließlich fiel er gänzlich in Ungnade durch sein ausschweifendes Leben und wurde aus Wien regelrecht verjagt.

Tief gefallen und öffentlich gedemütigt, zog er sich nach Rom zurück und verbrachte die nächsten Jahre vorwiegend in Venedig und frönte dort einem exzessiven Lebensstil.

Bis schließlich ein erneuter Ruf als Diplomat ihn nach Portugal in die Hauptstadt Lissabon verschlug.

 

1763 traf er in Lissabon ein, der große Krieg war vorbei – doch auch am königlichen Hof fiel er durch seine Ausschweifungen negativ auf. Schnell wurde er der Erzfeind des Marquis de Pombal dem ersten Minister des Königs – was wohl auch ein Grund für die langwierige Reise in die deutschen Lande ist. Als Botschafter des portugiesischen Königs soll Kardinal Gonzaga die besten Glückwünsche zur bevorstehenden Hochzeit des Grafen überbringen. Pombal rächte sich so gleich doppelt, an dem unliebsamen Kardinal, der so für Monate aus dem Wege geräumt war – und dem ihm ebenfalls verhassten Grafen Wilhelm zu Schaumburg Lippe, indem er ihn einen katholischen Geistlichen an den streng protestantischen Hof schickte.

 

Doch der Kardinal ist weder an dem Grafen noch an seiner Mission sonderlich interessiert, er empfindet diese Reise in die „barbarischen, gottlosen Länder“ nur als weitere Demütigung und widmet sich lieber den schönen Dingen die die Welt bietet, Frauen, Glücksspiel, Theater und der Alkohol um nur einige zu nennen. Insbesondere die holde Weiblichkeit hat es ihm angetan und er lässt keinen geeigneten Augenblick vergehen um dies auch auszuleben.

 

Begleitet wird er von seiner schönen Nichte, Francesca-Elisabetha Gonzaga, die auch gleichzeitig seine Maitresse ist – sie soll durch die Erfahrungen im Dienst ihres Onkels auf ihr künftiges Amt als Äbtissin vorbereitet werden. Ebenfalls im Gefolge, der lebenslustige und trinkfeste Vertraute und Beichtvater des Kardinals.